Neujahr ohne Alkohol. Von Vlada Mättig

D ie Weihnachtsfeiertage sind gerade eben überstanden und schon geht es weiter mit den Feierlichkeiten. Auch die Silvesternacht ist für viele alkoholfrei lebenden Menschen (oder die, die es werden wollen). Eine etwas größere Herausforderung. Aber warum eigentlich?
Photo credit: Brooke Lark/Unsplash
Wir feiern und wir verbinden Feierlichkeiten und Partys mit Alkohol. Wir denken, dass wir nur locker und flockig sein können und endlich einmal loslassen können, wenn wir einen ordentlichen Schwips haben. Dafür eignet sich in unserer Vorstellung die Feier in das neue Jahr am besten. Aber was feiern wir eigentlich? Club Soda UK machen es in ihrem Artikel „How to have a sober New Year“ ganz deutlich: etwas zu feiern heißt, Zeit mit Menschen zu verbringen. Etwas zu feiern hat nichts mit Ausdauer zu tun, sondern hat doch eigentlich etwas damit zu tun, einen Weg zu feiern, ein Ankommen oder ein erreichtes Ziel, etwas, das uns alle verbindet und glücklicher machen sollte. Früher war ich auch der Meinung, dass eine Feier umso besser war, je betrunkener ich war und je mehr ich „die Sau rauslassen konnte“. Aber geht es bei einer Feier nicht tatsächlich um das Zusammensein mit netten Menschen und sich und das Leben zu feiern? Wenn wir es aus diesem Blickwinkel betrachten, dann erscheint es doch eigentlich eher paradox einen Abend beziehungsweise eine Party zu nutzen, um sich und das Leben mit Ethanol zu begießen und am nächsten Morgen mit einem fetten Kater aufzuwachen, weil der Körper versucht, das Gift wieder loszuwerden. Was ist das eigentlich für ein Start ins neue Jahr und was ist das für ein Zeichen, welches ich dadurch setze? Ist es nicht viel sinnvoller das neue Jahr, das vor mir liegt, frisch und fröhlich zu beginnen? Ist das nicht die Intention, die ich setzen möchte? Ist das nicht der Neuanfang und ein Zeichen, das ich setze. Wenn ich verkatert in meine Neujahrvorsätze torkle, nehme ich mir meine eigenen Vorsätze dann eigentlich ab, oder bin ich dann nicht eher gewillt, diese ganz schnell über Bord zu werfen? Früher hatte ich hohe Erwartungen an das neue Jahr und die dazugehörige Party. Diese Erwartungen wurden selten bis nie erfüllt. Die Silvesterparty ist „die Party des Jahres“, aber ganz easy heruntergebrochen, ist sie eigentlich auch nur eine Nacht und eine Party, wie jede andere auch. Meine Erfahrung ist, dass zu hohe Erwartungen in den seltensten Fällen erfüllt werden. Was möchte ich in dieser Nacht? Ganz klar: Spaß. Aber was bedeutet Spaß eigentlich? Macht es mir wirklich Spaß, so viel zu trinken, sodass ich mich an die eigentliche Party gar nicht mehr erinnern kann und am nächsten Morgen etwas beschämt und verkatert die einzelnen Puzzlestücke zusammensetzen muss. In „4 Ways to Avoid Spending New Year’s Eve in a Blackout“ schreibt The Temper sehr treffend, dass wir unser Verständnis von „Spaß haben“ einmal betrachten und eventuell neu formulieren sollten. Gehören „Blackouts“ zu deiner Definition von Spaß dazu? Oder Lallen, dein Handy verlieren, nicht mehr wissen, wie du nach Hause gekommen bist? Hört sich eigentlich nicht so sehr nach dem Spaß deines Lebens an, oder? Ich weiß noch, dass ich ab und an mal Stunden in der Arschkälte vor „dem angesagtesten Club“ Deutschlands verbracht habe und es war zum Kotzen. Die Party war auch nicht geiler, sondern überfüllt mit Betrunkenen und Druffis. Wenn ich heute darüber nachdenken, muss ich mich doch wirklich fragen, warum das früher meine absurde Definition von Spaß war. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Partys und ich liebe das Tanzen, aber in der Silvesternacht, im überfüllten und überteuerten Club, hat es mir tatsächlich noch nie Spaß gemacht.
Photo credit: Hardini Lestari/Unsplash
Facts. Wenn du nüchtern in das neue Jahr starten willst, dann ist es wichtig, dass Du eine Entscheidung triffst. Heute, Hier & Jetzt. Triff die Entscheidung für Dich und finde dein Warum? Warum möchtest Du nüchtern sein? Warum möchtest Du alkoholfrei in das neue Jahr starten? Triff die Entscheidung jetzt und sage Dir, dass es nichts daran zu rütteln gibt. Ein Vielleicht wird (fast) immer zu einem „Ja“. Es gibt kein Schlupfloch. Um Dir die Entscheidung etwas leichter zu machen, könntest Du dir all die Vorteile aufschreiben, die Du haben wirst, indem Du nüchtern bleibst. Wie wirst Du dich fühlen, wie wirst Du aussehen, was wird es Dir bringen? Es sollte Dir nicht schwer fallen gute und triftige Gründe zu finden. Wenn Du eine kleine Inspiration brauchst, dann schau einfach mal bei richtignice.com vorbei. Im Blogbeitrag „Zehn gute Gründe für Nüchternheit“ findest Du richtig gute Inspirationen, um Dir deine Neujahresnüchternheit zu erleichtern. Hier sind unsere 9 Tipps, um nüchtern ins neue Jahr zu starten:
  • Du musst gar nichts!
Du musst nicht auf eine Party gehen, wenn Du dich nicht danach fühlst. Du kannst auch zu Hause bleiben, Freunde einladen und wild in deiner Wohnung umher tanzen. Oder Du buchst eine Reise und machst einen Kurztrip
  • Hör auf deinen Körper.
Was brauchst Du? Wie fühlst Du dich? Bist du müde? Worauf hast Du wirklich Lust? Welche Menschen möchtest Du um dich haben? Wie lange möchtest Du auf einer Party bleiben? Du musst nicht als Erste*r kommen und als Letze*r gehen. Es geht auch anders herum. Falls Dir danach ist zu Hause zu bleiben, ein heißes Bad zu nehmen und ein Buch zu lesen – Go for it! Falls du Lust auf einen Meditationskurs hast – tu es!
  • Wenn Du dich nicht bereit fühlst, dann lass es!
Vor allem das erste nüchterne Silvesterfest kann anstrengend sein. Falls Du noch nicht bereit für eine Party sein solltest, dann geh zu keiner Party. Das ist völlig ok!
  • Triff eine Entscheidung!
Deine Entscheidung, nichts zu trinken muss feststehen, bevor du eine Party betrittst, denn ein vielleicht wird zu 99 Prozent der Fälle zu einem „Ja“.
  • Sober Buddy.
Es ist immer einfach auf einer Party eine Person um sich zu haben, die auch keinen Alkohol trinkt. Dadurch fühlst Du dich einfach sicherer.
  • Drink.
Um Dir unnötige Fragen zu ersparen, kannst Du darauf achten, immer ein alkoholfreies Getränk in der Hand zu halten.
  • Exit Plan.
(Du bist nicht nüchtern, um nie wieder eine Party besuchen zu können, oder keine sozialen Kontakte mehr zu haben und darum geht es auch gar nicht) Es steht Dir frei zu gehen, wann immer dir danach ist. Vielleicht ist es auch gar nicht der Grund, dass alkoholische Getränke Dich triggern, sondern eher, dass Dir die betrunkenen Menschen auf die Nerven gehen. Du darfst gehen, und zwar immer! Du musst auch nicht erklären, weswegen du gehst. Eine kurze Verabschiedung und die Worte: „Ich muss morgen früh raus.“ reichen völlig aus. Du kannst nach Hause gehen, wann immer du willst.
  • No Alk.
Du musst auch nicht aus Höflichkeit dem Gastgeber einer Party ein alkoholisches Getränk kaufen und mitbringen. Lass es, wenn es sich für Dich nicht gut anfühlt.
Photo credit: Amy Shamblen/Unsplash
  • Bring dein eigenes alkoholfreies Getränk mit.
Auch heute noch ist es leider so, dass die wenigsten Gastgeber, oder Bars super leckere alkoholfreie Alternativen anbieten. Auf Nummer Sicher kannst Du gehen, indem Du dir einfach dein eigenes alkoholfreies Getränk mitbringst. Besonders geeignet zum Anstoßen ist der alkoholfreien Sekt von Kolonne Null. Wir haben ihn getestet und als sehr lecker empfunden. (Achtung! Könnte triggern)
Photo credit: me|sober.com
Sei auf Fragen vorbereitet. Meist wollen sich die Menschen dadurch vergewissern, ob ihr Trinkverhalten noch normal ist) – wenn Du keine Lust hast, dann musst du nicht darüber reden. Auf dem wundervollen Blog datesohnedrinks findest Du im Artikel „Antworten“ richtig gute Antworten auf Fragen, weswegen Du keinen Alkohol mehr trinkst. In diesem Sinne wünschen wir Dir einen entspannten Start in das Jahr 2020!
Photo credit: me|sober.com

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